
Kouhyar Goudarzi ist am 12. April 2012 gegen eine Kaution in Höhe von 88.000 Dollar freigelassen worden. Er ist zu fünf Jahren Haft und Exil in der Stadt Zabol verurteilt. Nach 8 Monaten Haft in Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses kam er vorübergehend frei. Auch seine Mutter, die ebenfalls zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, befindet sich zur Zeit in Freiheit. Die Kampagnenseite wird daher im Moment nicht aktualisiert.
Hintergrund: Kouhyar Goudarzi ist ein Menschenrechtsaktivist, Journalist und Mitbegründer der Organisation "Committee of Human Rights Reporters". Er wurde wegen seiner politischen Aktivitäten vom Studium an der Technischen Universität Sharif ausgeschlossen. Bereits Ende 2009 wurde er, gemeinsam mit der bekannten Menschenrechtlerin Shiva Nazar Ahari und anderen Aktivisten, verhaftet und musste daraufhin ein Jahr im Gefängnis verbringen. 2010 verlieh im der Nationale Presseclub in Washington den John Aubuchon Preis für Pressefreiheit.
Erneute Verhaftung: Am 31. Juli 2011 wurde Kouhyar Goudarzi erneut festgenommen. Der Anlass hierfür war möglicherweise ein Bericht im Magazin "Der Spiegel", der kurz zuvor erschienen war. Kouhyar wurde in das Evin-Gefängnis gebracht und war dort mehrere Monate in Einzelhaft. Später wurde er in die allgemeine Abteilung des Gefängnisses verlegt, wo er sich seitdem befindet. Die iranischen Behörden weigerten sich lange, Auskunft über seinen Verbleib zu geben. Erst Ende Oktober 2011 wurde seine Verhaftung offiziell bestätigt.
Verurteilung der Mutter: Seine Mutter, Parvin Mokhtare, die selbst nie politisch aktiv war und lediglich den Fall ihres Sohnes verfolgt hatte, wurde kurz darauf ebenfalls verhaftet. Sie wurde inzwischen in Kerman vor Gericht gestellt.
Selbstmord zweier Freunde: Vermutlich als Folge dieser Ereignisse haben sich ein Freund und eine Freundin Kouhyars, Behnam Ganji und Nahal Sahabi, das Leben genommen. Behnam Ganji war ebenfalls am 31. Juli 2011 verhaftet worden und verbrachte 8 Tage im Gefängnis. Was ihm dort widerfahren ist, ist nicht bekannt. Er nahm sich wenige Tage nach seiner Entlassung das Leben. Nahal Sahabi, seine Freundin, soll seit diesem Zeitpunkt an einer Depression gelitten haben. Sie verstarb am 28. September 2011. Das Committee of Human Rights Reporters (CHRR) glaubt, dass diese beiden Selbstmorde direkte Folgen der in der Einzelhaft durchlittenen psychologischen Folter sind.
Wir sind der Meinung, dass Kouhyar Goudarzi umgehend und ohne weitere Bedingungen freigelassen werden muss. Auch die Anklagen gegen seine Mutter müssen aufgehoben werden. Daher werden wir an dieser Stelle bis zu seiner Freilassung laufend aktuelle Berichte und Kampagnenaufrufe veröffentlichen.
Bitte beteiligen Sie sich an den Aktionen für Kouhyar Goudarzi!
Eilaktion:
Online-Petition:
Eine andere Möglichkeit besteht darin, vorgedruckte Postkarten zu senden, die die Freilassung Kouhyar Goudarzis und die Aufhebung der Anklagen gegen seine Mutter fordern. Die Postkarten, die an den iranischen Justizchef Sadegh Larijani adressiert sind, können Sie gerne bei uns (per E-Mail: info@united4iran-bayern.de) bestellen.

"Meine Botschaft an die Deutschen ist: Interessiert euch, schaut nicht weg und engagiert euch! Es ist nicht so schwer eine Petition zu schreiben. Es beginnt mit dem fehlenden Interesse, mit der Gleichgültigkeit: Iran ist weit weg. Die Grausamkeit die dort passiert in den Gefängnissen, die Art der Folter, das kann sich niemand, der sich damit nicht auseinandersetzt, vorstellen." - Aufruf eines Mitglieds von U4I Bayern im Bayerischen Rundfunk: B5 Interkulturelles Magazin vom 18. September 2011
Aktuelle Informationen:
Quelle, wenn nicht anders angegeben: englishtogerman.wordpress.com.
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